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Futterkatapult
Das Katapult von Bigtom | 29|Mar 03:11| FORUMSDISKUSSION

Alles begann mit einem Anruf meines Freundes Rasko. Du Tom ich habe mir überlegt (Willi hat überlegt?? Das bedeutet für mich viel Arbeit, waren meine Gedanken) wie man sehr viel Futter schnell und weit hinaus befördern könnte. Die Lösung ist ein Katapult oder eine Mega Schleuder.
Das müsste doch zu machen sein oder was meist du.
„Jo“ ist sicher zu machen nur was stellst du dir da genau vor, natürlich wusste er nicht dass ich schon Feuer und Flamme war denn so ein Ding zu bauen hatte ich schon lange im Sinn.
So tauschten wir unsere Gedanken aus und unsere Ideen sprudelten nur so aus uns heraus.
Nur Theorie und Praxis sind zwei paar Schuhe die sich nicht mit einander vertragen.

Die erste Hürde die zu nehmen war die Frage des Gummis.
Ich möchte nicht übertreiben aber 5 Stunden verbrachte ich im Daten Highway um die Lösung zu finden.
Zwei Anläufe im Netz brachten nichts außer einen Satz der da lautete, für den Hochstart brauch man einen ordentlichen Gummi.
Hochstart und Gummi ich, will doch nicht fliegen sondern füttern dacht ich mir. Das Gute liegt so nah, man muss es nur sehen hat irgendwer mal gesagt. Wahre Worte.!
Der dritte Anlauf auf der Suche nach dem Gummi .
Beim einschalten des Computer dachte ich noch spuck do endlich die Lösung aus du Ausgeburt des Teufels.
Ich surfte durch die Gänge bis ich wieder die Worte lass „Zum Hochstart braucht man einen ordentlichen Gummi“!
Entweder drehte ich mich im Kreis oder war das ein Zeichen“ also öffnete ich diesen link und war mitten drin in einer Diskussion über Hochstart von Modellbau Segelfliegern
Ich ackerte mich durch jede Wortmeldung bis sich ein netter Herr meldete mit den Worten die besten Gummis gibt es bei der Firma EMC-Vega diese Gummis können bis zu 400% gedehnt werden und gibt es in mehreren stärken Halleluja ich bin fündig geworden.
Das Zauberwort heißt Mega Rubber Allround ist 9mm stark und gibt es in 7.35 Meter zu kaufen und kostet 21 Euro + 14 Euro Versandkosten. Am Montag bestellt und am Freitag war der Gummi schon da.
So die erste Hürde war genommen nun folgte der nächste streich, wie sollte dieses Ding eigentlich aussehen.

Eines stand für mich fest, drei Besenstiele zusammen gemurxt zu einer Pseudoschleuder wie es Andreas Janetzki in seinem Buch vorgestellt hat konnte es sicher nicht sein. Wo bleibt da der Stilefaktor frage ich euch.
Die andere Möglichkeit mit der Luftabwehr Lafette gefiel mir deswegen nicht, den wie soll man da 45 Grad für den Abschusswinkel zusammen bekommen.
Etwas Neues musste her und das schnell. Da ich nicht die Möglichkeit habe Eisen Profimäßig zu bearbeiten entschloss ich mich das meiste aus Holz zu machen. Denn da habe ich alles was man braucht, von den Maschinen angefangen bis hin zu der Kenntnis wie man Holz richtig bearbeitet.
Das aber noch weit mehr dazu gehört wusste ich bis dato noch nicht aber das sollte sich bald ändern.
Mein Plan war folgender, ich wollte eine Mega Schleuder bauen, nach dem ähnlichen Prinzip wie mir mein Vater aus Bub eine Schleuder gebaut hat.
Eine Astgabel war der Hauptteil, an beiden Enden wurde eine Kerbe rein geschnitzt in der der Gummi Platz hatte.
Der Gummi wurde mir den Enden in die kerbe gelegt und im gespannten Zustand zusammengebunden.
Hinten einen Lederfleck mit zwei Löchern versehen, den Gummi durch die Löcher und wie vorne im gespannten Zustand zusammengebunden und fertig war der Zauber. Die Spatzen auf den Dächern wurden damals der Reihe nach ins Jenseits befördert. Muss aber dazu sagen damals waren diese Vögel noch eine echte Plage.
So sah mein Plan aus, und jetzt ging es an das Eingemachte. Ich begann mit der zwuschel(gabel), die fertigte ich aus fünf 10 mm schichtverleimten Platten, das wie folgt ablief zu erst machte ich mir eine Schablone, diese sollte mir später gleich beim kubier fräsen auch als Schablone dienen.
Die Zwuschl war erwartungsgemäß das kleinste Problem,
Nun ging es an die Fertigung des Herzstücks, dem Dreibein. diese Hürde war nicht mehr so leicht zu nehmen wie die vorhergegangenen.
Da musste ich wirklich alle Register ziehen die ich drauf und noch nicht drauf hatte. Es stellte sich heraus dass es ganz ohne Eisen nicht gehen wird. Die Verbindung vom Dreibein und zwuschl, das Dreibein Kreuz, und die Befestigungen für den Boden mussten unbedingt aus Metall gefertigt werden und da habe ich als Holzwurm so meine liebe not.
Ich machte einen Besuch bei meinen Vater der so wie so schon lange fällig war. Ich hatte mich immerhin schon zwei Tage nicht blicken lassen.
Der macht mit mir eine schweiß Einschulung die folgendermaßen aussah .Wie stark ist das Material? 3mm Sir! Dann nimmst du diese Elektroden, und da stellst du die richtige Hitze ein „Jawohl Sir“.
Dann bekam ich noch den Schweißschirm und den Schlacke Hammer, das war die ganze Einschulung.

Papa „frage“ Wie weis ich ob es gut geschweißt ist?? Wenn es hält, und die Schweißnaht halbwegs gleichmäßig mit Schlacke abgedeckt ist. Was ist schlacke? Geh frog ned so füh Bua schwas ah moi daun wirst schau seng wias geht.
Thomas „fragte“ was machst du eigentlich genau? Ein Katapult baue ich. Was? Ein Futterkatapult um genau zu sein .Für was brauchst du des gehst eh nie fischen. Das baue ich einen Freund der geht aber fischen.
Wenn es fertig ist lasst du mir es aber schon anschauen, natürlich Papa und wenn ich mit dem schweißen nicht zu recht komme wirst du diesen Part für mich übernehmen.
So verzog ich mich in meine Werkstatt und legte los.
Den Hauptständer wo auch die zwuschl befestigt wird, habe ich ein wenig stärker gewählt als die beiden Stützen die nur den Druck zum Boden aushalten müssen. Am Ende des Hauptstehers schob ich ein Profileisen mit 5 mal 5cm und einer Länge von 25cm bis zur Hälfte über das Holz.
Auf den 5mal 5cm Profil Rohr schweißte ich dann links und rechts ein 4-mal 4 cm Profil Rohr darauf.
Da werden dann die zwei Seitensteher eingeschoben und mit einer Schraube fixiert.
So das Dreibein stand.
Am unteren Ende machte ich noch die Befestigungsplatten für den Boden (leider keine Fotos)und so stand das Dreibein wie ein Bock.
Den Gummi wählte ich in einer Länge von 90 cm das sollte aber viel zu lange sein stellte sich später heraus. der Gummi wurde vorne wie folgt befestigt.
Jetzt wird es ein wenig kompliziert! Also bitte mit denken.
An den beiden Enden der zwuschel wurde ein 5cm langes Profilrohr 4,5 mal 4,5 cm darüber geschoben oben wurde ein Deckel drauf geschweißt. In der Mitte des Deckels ein 12mm loch gebohrt und auf der unter Seite eine Schraubenmutter angeschweißt.
In der Mitte der Zwuschelenden wurde ebenfalls ein 12mm Loch gebohrt. Dieses Loch nimmt dann die Befestigungsschrauben für den Gummi auf. Die Deckel werden dann auf die Enden der Zwuschel geschoben und mit Konstrukionskleber verklebt.
Auf einer 10mm Schraube mit einer Länge von 9cm zog ich zwei Ringschrauben auf, die wurden dann in den Gummi gesteckt und mit drei Kabelbindern fixiert(ist das gleiche Prinzip wie bei den Handelsüblichen Futterschleudern)
Nach den Ringelschrauben wird noch eine Mutter drauf geschraubt. Jetzt wird die 9cm lange Schraube in die Enden der Zwuschel geschraubt und mit der unteren Mutter werden dann die Schrauben in der gewünschten Länge am Ende der Zwuschel fixiert. (leider keine Fotos)
Nun war die Aufgabe mit dem FutterKorb zu lösen. Die Idee mit dem Lederfleck spuckte immer noch in meinem Kopf herum. Wo sollte ich ein geeignetes Leder bekommen? Natürlich es müssen irgendwelche Lederstiefel dran glauben. Zuerst wurde natürlich bei Omas Stiefel gesucht aber leider nichts gefunden, dann muss eben ein Stiefel von mir herhalten.

Diesen Gedanken verwarf ich aber wieder, so schnell wie er mir eingefallen ist den der Stunk mit meiner angetrauten wäre verheerend gewesen.
So stand wieder ein Besuch bei meinem Erzeuger an. Bei ihm schlägt mehr das Sammlergen durch! denn das Jäger gen hat er ja mir mit gegeben.
Vaters Werkstatt und der dazu gehörige Keller ist eine wahre Fundgrube .Ich erläuterte ihm mein Vorstellung von dem Futterkorb also ich bräuchte etwas Leder und irgendetwas Schüssel förmiges, das beim Zug die Futterknödel nicht zusammen gedrückt werden.
Lade auf und ein Stück echtes Büffelleder kam zum Vorschein Papa ich liebe dich!
So der erste Teil war gefunden, jetzt brauche ich noch was Schüssel förmiges, wir stöberten so dahin bis mir eine Büro Lampe aus den 70iger Jahren ins Auge stach. eine kugelrunde Lampe genau das war der Wunsch meiner Träume.
Nur die wollte mein alter barto nicht heraus geben. Ich rangelte mit ihm so lange herum, bis ich als Sieger fest stand. (das ist kein Scherz sondern die reine Wahrheit).
Aus der Lampe schnitt ich eine Scheibe mit 8cm Durchmesser aus, die bildete meinen Boden für den Futterkorb. Nun musste ich „nur“ noch das Leder annähen und fertig war der Korb.
Am Abend verdrückte ich mich mit den Worten ich muss noch ein Kleinigkeit für die Fischerei machen in den Keller.
Das Wort Katapult wurde von mir tunlichst vor meinen liebsten vermieden .Ihr wist schon, auf die Sprüche von zwei Frauen wie“, du verspielter Depp, oder hast du nichts Besseres zu tun als eine Schleuder zu bauen konnte ich liebend gern verzichten.
Dass diese Kleinigkeit bis um halb zwei in der früh dauerte wusste ich natürlich noch nicht. Jeder schon einmal Leder genäht hat wird wissen was ich meine!
Da muss man jeden stich mit einem Bohrer vorbohren. das ist eine Arbeit für Kinder Schänder oder für einen der Vater und Mutter auf den gewissen hat. Aber was macht man(n)nicht alles für gute Freunde. (Willi hat überlegt „ha“ das ich nicht lache).
Aber sei es wies sei, der Korb war fertig und ich war es auch.

Am nächsten Morgen einen Anruf bei Willi das ich schwer bewaffnet zu ihm kommen werde. Am weg zu Willi machte ich noch einen Abstecher zum Metro und besorgte ihm noch 3 Säcke Paniermehl a.3kg.
So stand dem Angriff eigentlich nichts mehr im Wege dachte ich zumindest. Endlich am Wasser angekommen wo mich Willi schon mit großen Augen erwartete.
Als ich den Kofferraum meines Wagens öffnete wurden seine Augen nicht nur noch größer sonder fielen ihm beinahe aus seinem Gesicht.
Mit den Worten des Drum is jo ah Wahnsinn befreite er sich vom ersten Schock.
Tom ist dir dieses Katapult nicht en wenig zu groß geraten?? Nein antwortete ich, warte erst ab bis das Drum steht und du den Gummi ziehst.
Da siehst du dann erst welche Kräfte da im Spiel sind.

Die genauen Gedanken von Willi konnte ich nur erahnen, aber nach seiner ganzen Körpersprache muss es eine Mischung aus Entsetzen und Begeisterung gewesen sein.
Aber er wird sie uns sicher selbst erzählen.

Der Aufbau erfolgte planmäßig und im nu stand das Katapult.
Willi hatte schon ein paar knödel hergerichtet und so konnten wir zu den ersten probe Schüssen übergehen.
Leider waren das keine Schüsse sondern richtige Rohrkrepierer, es funkte einfach gar nichts. Zu wenig Zug und der Futterkorb taugt auch nichts. Ich war am Boden zerstört. Ok Prototypen haben das so an sich, nicht gleich zu funken aber dieses Ergebnis hätte ich mir nicht erwartet.

So jetzt war guter Rat teuer was sollten wir machen? Der erste Schritt den wir setzten war die Kürzung des Gummis von 90cm auf 60cm um mehr Zug zu erreichen.
Siehe da es wurde besser, die Knödel flogen schon weiter.
Auch die Gummibefestigung mit dem Ringelschrauben war auch viel zu klobig und zu schwer.
Wir entfernten kurzer Hand die Ringelschrauben .Ja ganz so einfach war das natürlich nicht denn es fehlte an jeglichem Werkzeug.

Natürlich ist mir klar wenn ich an einem Wasser einen Fix platz habe und bescheidene 2000 Stunden im Jahr dort verbringe“ das ich überhaupt kein Werkzeug brauche!!!!
Obwohl sich dort eine Tacklekiste mit den Maßen 230cm länge 1m breite und 1,3m höhe befindet ist für ein wenig Werkzeug kein Platz.
Außer einer alte Hacke mit zerkautem Stiel (Hund Sara), einen Schraubenzieher den es so überhaupt nicht mehr geben dürfte, und einer alten Spitzhacke die noch vom Bau der Südost Tangente stammen dürfte abgesehen.

Also murxten wir die Ringelschrauben irgendwie herunter und befestigten den Gummi nach alt bewährter Art (Gummi um den Schraube legen und in gespannten Zustand zusammenbinden)diese Befestigung ist alt aber gut.

Und wieder flogen die knödel ein Stück weiter und das Ziel kam näher und war zum greifen nahe, bis sich der Futterkorb verabschiedete. Das leder hielt dem enormen Zug nicht stand und riss einfach durch.
Jetzt war ich endgültig erledigt und enttäuscht. Willi sagte wieder einmal seinen netten Spruch! Zuckerbrot und Peitsche immer das gleiche.

Ich setzte mich nieder und überlegte was man als Futterkorb noch nehmen könnte. Willi faselte irgendwas von einem kleinen Kübel oder so. Ich schenkte diesen Gedanken aber wenig Bedeutung und grübelte und studierte ohne Erfolg.

Ist wurscht Willi, über den Winter werde ich mir was überlegen. jetzt werde ich Spagetti Carbonara kochen dann sieht die Welt gleich wieder anders aus, und genau das war der Schlüssel zum Erfolg.
Am Tisch stand da so ein oranger Trinkbecher von Tupperware und mir vielen die Worte von zuvor wieder ein, einen kleinen kübel oder so! Genau das oder so habe ich gefunden. Der Durchmesser des Trinkbechers hat 8cm, wenn das kein Zufall ist.

Ich schnitt mit dem Messer einen Art Keil heraus das sich die Knödel leichter aus dem Becher lösen können, dann bohrte ich links und rechts zwei Löcher in den Rand des Bechers, fädelte den Gummi durch und band ihn in gespannten Zustand wieder zusammen. Hinten wurde noch der alte Lederriemen angeschraubt und der neue Futterkorb war fertig.

So alles wieder zusammen gesteckt und der erste Schuss war abgefeuert, der Futterballen zischte ab und flog und flog und flog weit über Willis Futterplatz hinaus der auf ca. 60meter lag.
wir jubelten und freuten sich wie zwei kleine Kinder.
Ein paar Änderungen und wir hatten aus einem Prototypen, ein richtig gutes Katapult gebaut.

Natürlich wo Licht ist, ist auch Schatten und die Schattenseiten dieses Katapultes sind folgende:
Zu einen ist es für den Transport ein wenig klobig und zum anderen wenn man keinen festen Grund unter den Füßen hat, dürfte die Befestigung auch ein wenig haarig werden.
Bei der Schussweite, einigten wir uns bei optimalen Bedingungen und idealer „Munition“ auf geschätzte 100 Meter.
80 Meter sind ganz locker zu bewerkstelligen wie ich meine.
Doch Willi wird euch sicher mehr erzählen können den er hat sich für den Krieg mit dem Ostufer schon richtig warm geschossen.

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